Pferdegestützte Psychotherapie verbindet therapeutische Begleitung mit der unmittelbaren Erfahrung im Kontakt mit dem Pferd.
Dabei entsteht ein Erfahrungsraum, in dem Regulation, Beziehung und Entwicklung körperlich und emotional erlebbar werden.
Das biopsychosoziale Modell bildet die Grundlage meiner therapeutischen Arbeit.
Es beschreibt, dass menschliches Erleben und Verhalten niemals isoliert entstehen, sondern immer im Zusammenspiel von drei Ebenen:
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biologisch – Körper, Nervensystem, Muskeltonus, hormonelle Prozesse
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psychologisch – Gefühle, Gedanken, innere Muster, Selbstbild
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sozial – Beziehungserfahrungen, Bindung, Umfeld, soziale Rollen
Belastungen oder Symptome lassen sich daher nicht monokausal erklären.
Sie entstehen im Zusammenwirken dieser Ebenen – und genau dort setzt die therapeutische Arbeit an.
Die Arbeit mit Pferden spricht alle drei Ebenen gleichzeitig an:
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Die rhythmischen Bewegungsimpulse wirken auf Körper und Regulation.
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Emotionale Reaktionen werden im Kontakt unmittelbar spürbar.
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Beziehungsmuster zeigen sich nonverbal und können neu erlebt werden.
So entsteht ein ganzheitlicher Erfahrungsraum, in dem Stabilisierung, Entwicklung und Veränderung nicht nur kognitiv verstanden, sondern körperlich und emotional integriert werden.
Dieses Verständnis verhindert vorschnelle Zuschreibungen oder einseitige Erklärungen.
Stattdessen wird jeder Mensch in seiner individuellen Lebensgeschichte, körperlichen Verfassung und sozialen Einbettung gesehen.
Die Arbeit erfolgt ressourcenorientiert, differenziert und verantwortungsvoll geführt.
Aus neurobiologischer Perspektive spielt insbesondere die Regulation des autonomen Nervensystems eine zentrale Rolle.
Pferde verfügen über ein hochsensibles Wahrnehmungssystem und reagieren fein auf Veränderungen in Spannung, Rhythmus und Atem. In einem ruhigen, klar geführten Setting kann dadurch eine Form von
Co-Regulation entstehen:
Das Nervensystem des Menschen orientiert sich an der ruhigen, präsenten Regulation des Pferdes. Körperliche Anspannung kann sich reduzieren, Atmung vertieft sich, und innere Zustände werden
differenzierter wahrnehmbar.
Diese Prozesse verlaufen nicht spektakulär, sondern leise – über Rhythmus, Bewegung, Kontakt und Beziehung.
Pferde begegnen Menschen ohne Bewertung. Sie reagieren unmittelbar, aber nicht wertend. Dadurch entsteht ein Beziehungsraum, in dem Vertrauen, emotionale Sicherheit und Selbstwirksamkeit wachsen
können.
Studien zur pferdegestützten Psychotherapie beschreiben unter anderem Zusammenhänge mit:
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verbesserter Emotionsregulation
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erhöhter Selbstwirksamkeit
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Reduktion von Stressparametern
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stabilisierender Wirkung auf das vegetative Nervensystem
Diese Effekte werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenspiel von Körper, Psyche und Beziehung verstanden – im Sinne des biopsychosozialen Modells.
Die besondere Qualität der pferdegestützten Psychotherapie liegt nicht in einer einzelnen Methode, sondern in der Integration:
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körperliche Regulation
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emotionale Verarbeitung
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Beziehungserfahrung
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bewusste Reflexion
So entsteht ein therapeutischer Prozess, der sowohl erfahrungsorientiert als auch fachlich fundiert geführt ist.
Die Begleitungen auf dem Kastanienhof finden bewusst in einem ruhigen und geschützten Rahmen statt. Termine werden so gestaltet, dass während einer therapeutischen Einheit nur wenige Menschen auf
dem Hof sind und häufig der Hofraum nahezu ausschließlich den jeweiligen Klientinnen oder Familien zur Verfügung steht.
Diese besondere Atmosphäre ermöglicht eine achtsame und konzentrierte Arbeit mit den Pferden und den persönlichen Themen der Menschen, die zu uns kommen.
Gleichzeitig ist der Kastanienhof ein lebendiger Ort. Neben Einzelbegleitungen finden auch kleine Kindergruppen statt. In bestimmten Situationen kann es therapeutisch sinnvoll sein, dass eine
Begleitung parallel zu einer solchen Gruppe stattfindet.
Ob ein Termin in einer besonders ruhigen oder bewusst etwas lebendigeren Hofsituation stattfindet, wird individuell abgestimmt.
Unsere Preisgestaltung berücksichtigt daher nicht nur die eigentliche therapeutische Einheit, sondern auch den bereitgestellten geschützten Rahmen des Hofes sowie Vorbereitung, fachliche
Einordnung und Nachbereitung der Begleitung.
Honorar: 125 € pro Einheit (50 Min).
Die Begleitung erfolgt im Einzelsetting. Gruppentermine sind selbstverständlich ebenfalls möglich.
Termine an Wochenenden oder Feiertagen sind nach individueller Vereinbarung möglich und werden gesondert berechnet.
In einzelnen Fällen können Kosten auch über Pflegekasse, Eingliederungshilfe oder über Stiftungen und Förderprogramme unterstützt werden. Sprechen Sie uns gerne an.
Die Gesamtausrichtung und Einbettung dieser Arbeit finden Sie auf der Hauptseite "Pferdegestützte Therapie"