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Durch meine langjährige Arbeit mit traumatisierten Menschen hatte ich die Möglichkeit, meine eigene Therapiemethode zu entwickeln. Wir arbeiten sowohl mit einzelnen Pferden als auch innerhalb meiner kompletten Therapieherde. Die geschützte, friedliche und liebevolle Energie der Herde trägt sehr zur Heilung bei. Die Arbeit in einer Therapiepferde-Herde wird nur selten angeboten und ist in dieser Form nahezu einzigartig.
Diese Therapieform hat sich in den vergangenen Jahren vielfach bewährt und ist besonders geeignet für Personen, die sexuelle Gewalt in der Kindheit erlebt haben.
Diese Arbeit zeigt ihre besondere Wirkung auch bei Kindern und Jugendlichen, die Traumatisierungen in der frühen Kindheit erlebt haben. Gerade frühe Bindungsverletzungen hinterlassen Spuren im Nervensystem und im Erleben von Sicherheit und Beziehung.
Durch die Co-Regulation innerhalb der Pferdeherde kann sich das vegetative Nervensystem neu ausrichten. Die ruhige, klar und verlässliche Struktur einer Herde wirkt stabilisierend und ordnend. Pferde reagieren fein auf Körpersprache, Atmung und innere Spannung - und ermöglichen so korrigierende Beziehungserfahrungen auf einer tiefen, nichtsprachlichen Ebene.
Innerhalb der Herde können bindungsorientierte Erfahrungen nachgeholt und neu erlebt werden: Zugehörigkeit, Schutz, klare Grenzen, achtsame Führung und das Gefühl, selbstverständlich dazuzugehören. Die Herde funktioniert wie ein natürliches soziales Gefüge.
Gerade für junge Menschen entsteht dadurch ein sicherer Erfahrungsraum, in dem Vertrauen, Selbstwahrnehmung und innere Stabilität wachsen dürfen.
In der Medizin bezeichnet „Trauma“ eine Verwundung durch Unfall oder Gewalt.
Das Wort Psychotrauma bedeutet übersetzt eine seelische Verwundung. Diese Verwundungen können sehr unterschiedlich sein.
Traumatische Erlebnisse können einmalig auftreten oder fortlaufend. Sie können durch Naturereignisse entstehen – oder durch Menschen. Besonders schwer wiegen Erfahrungen, die durch uns bekannte
oder sogar geliebte Menschen geschehen.
Vernachlässigte oder misshandelte Kinder können einer fortlaufenden Traumatisierung oft nicht entgehen. Manchmal erleben wir ein Trauma sogar als Helfer oder als unbeteiligte Zeugen.
Unser Körper, unser Geist und unsere Seele versuchen, solche Erlebnisse zu verarbeiten. Sämtliche „Notfall-Betriebssysteme“ laufen parallel und versuchen, die Erfahrung zu integrieren.
Im Falle eines Traumas gelingt dies jedoch häufig nicht vollständig. Das Leben geht weiter. Wir müssen zur Schule oder Arbeit, Kinder versorgen, einkaufen, funktionieren. Und wir Menschen sind unglaublich leistungsfähig. Oft gelingt uns das über Jahre oder sogar Jahrzehnte, bevor wir bemerken, dass sich etwas verändert hat.
Vielleicht gehen wir nicht mehr in den Sportverein.
Vielleicht sind Freundschaften weniger geworden.
Vielleicht schlafen wir schlecht oder zu viel.
Vielleicht verspüren wir kaum noch Freude.
Vielleicht treten körperliche Beschwerden auf, für die keine Ursache gefunden wird.
Viele Menschen ordnen diese Veränderungen dem ursprünglichen Erlebnis nicht mehr zu. „Es ist doch schon so lange her. Die Zeit heilt alle Wunden – oder?“
Doch was, wenn sie das nicht tut?
Was, wenn die Notfallprogramme im Hintergrund weiterlaufen oder bei ähnlichen Situationen immer wieder aktiviert werden?
Dann dürfen wir zunächst stolz auf unseren Körper sein – denn er hat uns geschützt und durch all diese Zeit getragen. Doch diese dauerhafte Alarmbereitschaft kostet Kraft, verändert unser Empfinden, unsere Persönlichkeit und sogar unseren Hormonhaushalt.
Deshalb ist es wichtig, diese Notfallprogramme behutsam zum Abschluss zu bringen.
Hierfür machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach Ihren ureigenen Möglichkeiten.
Mit Hilfe der Pferde können wir nach Traumatisierung:
Trost und Vertrauen erfahren
Zeit in der ruhigen und friedvollen Pferdeherde verbringen und Zugehörigkeit spüren
unseren Körper wieder bewusster wahrnehmen
durch Aufrichtung, Atmung und Führung Regulation erleben
Selbstwahrnehmung und Fremdwirkung in Einklang bringen
Pferde zeigen unmittelbar und eindeutig, wie wir auf sie wirken.
Anhand ihrer Reaktionen können wir unsere eigene Wahrnehmung überprüfen und neu justieren. Pferde leben im Hier und Jetzt – immer. Das macht es so beglückend, mit ihnen zu spielen, zu laufen, Zeit zu genießen und für einen Moment abzuschalten. Dadurch können bisher unbewusste Fähigkeiten und Ressourcen sichtbar werden.
Beim Führen und Spielen lernen wir, dass wir wieder Einfluss haben. Dass wir Kontrolle zurückgewinnen können. Und gleichzeitig dürfen wir lernen, wieder loszulassen und zu vertrauen. Beim Putzen und Versorgen entsteht Verbindung und Nähe.
Wir dürfen alle Gefühle zulassen. Kind sein. Authentisch sein. Unbefangen sein. Wenn Trauer oder Verzweiflung auftauchen, sind die Pferde da – ruhig, kraftvoll, tröstend. Sie leiden nicht
mit, sie bewerten nicht. Sie akzeptieren uns so, wie wir im jeweiligen Moment sind.
Gerade diese Selbstverständlichkeit schafft einen großen inneren Freiraum. Gefühle, die vielleicht lange als „Anhängsel“ aus alten Zeiten mitgetragen wurden, dürfen im Hier und Jetzt betrachtet und Schritt für Schritt losgelassen werden.
Mit den Pferden können wir alle Persönlichkeitsanteile wieder in Kontakt bringen und integrieren. Wir kommen mehr mit uns selbst in Einklang – und das wirkt sich auch im Alltag und im Umgang mit anderen Menschen aus.
Wenn Sie sich für eine Therapie bei mir entscheiden, bestimmen Sie Ihr Therapieziel.
In einem ausführlichen Erstgespräch sprechen wir über Ihre Wünsche. Sie sind die Hauptperson. Die Zeit bei den Pferden darf Ihnen schöne, glückliche, freie und berührende Momente schenken.
Pferdeerfahrung ist nicht notwendig. Geritten wird nur in Ausnahmefällen und auf besonderen Wunsch. Die Arbeit findet mit einzelnen Pferden oder innerhalb meiner Therapiepferde-Herde statt.
Aufgrund meiner langjährigen Arbeit mit traumatisierten Menschen habe ich die Methode SKEP – somatische, kognitive Erlebnistherapie mit Pferd entwickelt.
Diese Methode umfasst die ganzheitliche Begleitung von Seele und Körper und setzt in erster Linie an den Traumafolgeerscheinungen an – nicht am traumatischen Erlebnis selbst. Ziel ist es, Ressourcen zu stärken und innere Stabilität aufzubauen.
Auch traumatisierte Kinder profitieren von diesem ganzheitlichen, bedürfnisorientierten Ansatz. Gerade im Kindesalter zeigen sich Traumafolgen häufig über Verhalten, Regulation oder Körperreaktionen.
Die Zusammenarbeit mit Familien und Jugendämtern erfolgt transparent, strukturiert und verantwortungsvoll eingebettet.
Die Begleitungen auf dem Kastanienhof finden bewusst in einem ruhigen und geschützten Rahmen statt. Termine werden so gestaltet, dass während einer therapeutischen Einheit nur wenige Menschen auf dem Hof sind und häufig der Hofraum nahezu ausschließlich den jeweiligen Klientinnen oder Familien zur Verfügung steht.
Diese besondere Atmosphäre ermöglicht eine achtsame und konzentrierte Arbeit mit den Pferden und den persönlichen Themen der Menschen, die zu uns kommen.
Gleichzeitig ist der Kastanienhof ein lebendiger Ort. Neben Einzelbegleitungen finden auch kleine Kindergruppen statt. In bestimmten Situationen kann es therapeutisch sinnvoll sein, dass eine Begleitung parallel zu einer solchen Gruppe stattfindet.
Ob ein Termin in einer besonders ruhigen oder bewusst etwas lebendigeren Hofsituation stattfindet, wird individuell abgestimmt.
Unsere Preisgestaltung berücksichtigt daher nicht nur die eigentliche therapeutische Einheit, sondern auch den bereitgestellten geschützten Rahmen des Hofes sowie Vorbereitung, fachliche Einordnung und Nachbereitung der Begleitung.
Honorar: 125 € pro Einheit (50 Min).
Die Begleitung erfolgt im Einzelsetting. Gruppentermine sind selbstverständlich ebenfalls möglich.
Termine an Wochenenden oder Feiertagen sind nach individueller Vereinbarung möglich und werden gesondert berechnet.
In einzelnen Fällen können Kosten auch über Pflegekasse, Eingliederungshilfe oder über Stiftungen und Förderprogramme unterstützt werden. Sprechen Sie uns gerne an.
Die Gesamtausrichtung und Einbettung dieser Arbeit finden Sie auf der Hauptseite "Pferdegestützte Therapie"