Freiarbeit

– eine gemeinsame Sprache lernen

Freiarbeit bedeutet für uns Beziehung in Bewegung.

 

Nicht Show oder  Tricktraining, sondern ehrliche Kommunikation zwischen Mensch und Pferd – über Körper, Atmung, Blick, Standpunkt und innere Haltung. Wir sind große Fans der Freiarbeit, weil sie die Grundlage für alles Weitere bildet. Was hier entsteht, trägt später im Sattel.

Es beginnt beim Führen

Freiarbeit beginnt bei uns ganz bewusst bei den Grundlagen.

 

Also beim Führen am Strick. Mit klarem Focus, Körpersprache und klar zugewiesenem Raum.

 

Erst wenn diese Basis sicher ist, arbeiten wir am längeren Seil. Und erst danach – Schritt für Schritt – frei. Diese Reihenfolge ist uns wichtig. Denn echte Freiheit entsteht nicht durch Weglassen von Hilfsmitteln, sondern durch Klarheit in der Verständigung. 

Wir üben – wie bei einer neuen Sprache

 

Freiarbeit bedeutet:

 

Wir Menschen müssen üben. Wir üben, unseren Körper bewusst wahrzunehmen, unseren Fokus zu halten, klar zu stehen, ruhig zu atmen, eindeutig zu schauen und vieles mehr.  Und manchmal müssen auch die Pferde erst lernen, uns zu lesen. 

 

Es ist wie das Erlernen einer fremden Sprache. Am Anfang sind es einzelne Wörter, dann kurze Sätze und irgendwann entsteht ein Gespräch. 

 

Durch gemeinsame Üben entsteht eine feine, leise Kommunikation als sichere Basis für alles was noch kommt.  

Freude statt Drill

 

Üben bedeutet bei uns nicht Druck. Wir gestalten das Lernen lebendig, abwechslungsreich und freudig. Mit klaren Aufgaben, aber ohne starre Mechanik. Freiarbeit darf leicht sein und Spaß bereiten.  Und sie darf neugierig machen auf das, was Pferde einbringen möchten und ihre Persönlichkeit.

 

Wenn Pferd und Mensch beginnen, einander wirklich zu verstehen, entsteht etwas sehr Schönes: 

Beide arbeiten gerne miteinander. Das sieht man und man spürt es. Man erkennt es daran, dass unsere Pferde entspannt sind, freiwillig Kontakt suchen und sich in unserer Nähe wohlfühlen.

 

Vertrauen bestimmt das Miteinander. 

Warum Freiarbeit so wichtig ist

 

Freiarbeit ist wertvoll für:

  • Kinder – besonders auch für Kinder mit eigenen Ponys, damit aus Unsicherheit keine „frechen“ Situationen entstehen, sondern klare, ruhige Verständigung wächst
  • Eltern – die die Faszination Pferd sicher und bewusst erleben möchten
  • Menschen, die nicht reiten können oder möchten
  • alte oder rekonvaleszente Pferde
  • junge oder sogenannte "Problem"pferde
  • Reiterinnen und Reiter, die ihre Kommunikation verfeinern möchten

Was wir am Boden lernen – Präsenz, Fokus, Timing – nehmen wir mit in den Alltag und in den Sattel.

Freiarbeit schult unseren Körper und sie verändert unsere Ausstrahlung.

 

Wer lernt, klar und ruhig mit einem Pferd zu kommunizieren, wird auch im Umgang mit Menschen feiner und klarer. 

Freiarbeit und Reiten – kein Gegensatz

Bei uns stehen Bodenarbeit und Reiten nicht nebeneinander. Sie gehören zusammen. Was wir am Boden erarbeiten – Klarheit, Fokus, Körperspürbewusstsein und feine Kommunikation – nehmen wir selbstverständlich mit in den Sattel.

  • Ein Reiter, der gelernt hat, sein Pferd über Körper, Atmung und Blick zu beeinflussen, braucht weniger Zügel.
  • Ein Mensch, der sein Pferd und seinen Charakter am Boden verstanden hat, reitet feiner.
  • Ein Pferd, das verstanden hat, wie sein Mensch denkt und sich bewegt, fühlt sich sicherer.

So entsteht eine Verbindung, in der sich Mensch und Pferd wohl und sicher fühlen.

 

Freiarbeit ist bei uns kein zusätzlicher Programmpunkt Sie ist teil unseres täglichen Umgangs mit den Pferden.

 

Beim Reiten und in der Freiarbeit gilt:

  • Verbindung vor Technik.
  • Verstehen vor Einwirken.
  • Miteinander statt Gegeneinander.

Und deshalb beginnt gutes Reiten für uns nicht im Sattel - sondern in der Beziehung.

 

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